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© Melanchthonkirchengemeinde

 

 

 

 

 „Und das habt zum Zeichen:

 

Ihr werden finden das Kind in Windeln gewickelt

und in einer Krippe liegen.“

 

(Lukas 2,12)

 

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

 

Die Geburt eines Kindes verändert die Welt. Nicht nur damals in Bethlehem. Auch heutigen Tages, wenn ein neugeborenes Kind Mann und Frau zu Vater und Mutter macht. Meine Frau und ich durften in den letzten Monaten im Freundeskreis die Geburt von Kindern miterleben. Wie zart und angewiesen ein solches Menschenkind am Anfang ist. Und wer weiß, welchen Weg ein solches Kind geführt wird?

 

An Weihnachten kommt Gott zur Welt, im zweifachen Sinne des Wortes: Er geht in die Welt ein, und er wird geboren als Kind. Von diesem Kind glauben Christ*innen, dass Gott sich in ihm zu erkennen gibt, dass er in ihm Mensch wird. In dem Bericht des Lukas werden zwei Menschen einander gegenübergestellt und in eine Verbindung gebracht, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: ein Neugeborenes und ein Weltenherrscher. Die Erzählung nimmt ihren Anfang mit Augustus, dem römischen Kaiser, Inbegriff eines goldenen Zeitalters, das dem ganzen Reich Frieden und Wohlstand bringen soll. Ihm gegenüber ein Baby, aus einer normalen Familie stammend, in ärmlichsten Verhältnissen zur Welt gekommen. Und ausgerechnet von diesem Kind wird gesagt, dass es zum Erlöser und Retter der Welt wird. Dem Kind wird der Beistand seines Gottes zugesichert, nämlich des Gottes Israels, der sich als „Ich bin da“ geoffenbart hat. Mit ihm wird eine neue Herrschaft und ein neues Reich anbrechen. In diesem Kind leuchtet eine andere Wirklichkeit auf, die Wirklichkeit Gottes, der sich, indem er Mensch wird, ganz auf diese Welt einlässt und sie dadurch verwandelt.

 

Die mittelalterliche Theologie und vor allem Martin Luther sprechen davon, dass sich Gott in Jesus Christus „sub contrario“ offenbart, „in der Weise des Gegenteils“, also anders als wir es erwarten. Nämlich als bescheidener, demütiger, aber gerade darin liebender und von Angst befreiender Gott. Das kann in Zeiten großen Schmerzes und tiefer Trauer reichen Trost entfalten. Die Hoffnung auf Erlösung kann durch ihn wahr werden.

 

Wie wird der Weg der Kinder unserer Freunde weitergehen? Meine Frau und ich würden sie gern begleiten auf ihrem Weg ins Leben. Aber in welchem Umfang, das liegt ganz in Gottes Hand. Nicht leicht zu begreifen.

 

Eine gesegnete Weihnacht und ein friedvolles Jahr wünscht ihnen allen, Ihr/Euer Pastor Heiko Jahn.