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Auf einen Blick

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14-zackiger Stern in der Geburtskirche Bethlehem © Foto: A.Schwien

 

„Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“ (Matthäus 2,10)

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

In dieser Zeit wird er gern verschenkt: der Weihnachtsstern. In den Fenstern kündigt er den an, der da kommen soll. Der gebastelte oder leuchtende Stern. Als Zimtstern wird er gern als Gebäck gereicht. Die Magier aus dem Morgenland hatten die Konstellation der Sterne fest im Blick. Dabei war ihnen aufgefallen, dass dieser Stern eine besondere Bewandtnis haben muss. Sie erleben sogar, dass dieser Stern ihnen Beine macht. Denn nach dem Zeugnis der alten Schriften kündigt sich damit die Geburt eines Königs in Judäa an.

 

„Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, und ein Zepter aus Israel kommen.“

 

Die Magier folgen dem Stern und – sie erleben ihre Sternstunde: „Als sie das Kind sahen, huldigten sie ihm.“ Sie haben also offensichtlich begriffen, wen sie da vor sich haben. Das ist der entscheidende Punkt. Denn als gestandener Mann und als kluger Kopf fällt man nicht vor irgendeinem Kind auf die Knie, und schon gar nicht betet man es an. Die Magier tun es und stellen es mit den kostbarsten Geschenken unter Beweis, die man damals einem König zur Huldigung überreichte: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

 

Auch heutzutage kann man eine solche Sternstunde erleben. Entscheidend ist, dass man nicht irgendwo sucht, sondern da, wo sie Hände und Füße hat, bei Jesus Christus. Und wer zu Christus gefunden hat, hat Gott gefunden. Und wer zu Gott gefunden hat, darf seine Hände bei ihm leeren. Er wird nicht nur Gold und Geld abgeben, sondern auch seine Schuld, seine Sorgen, seine Tränen, seine Sehnsucht. Sogar sich selbst darf er abgeben. Er muss sich nicht mehr halten, weil er gehalten ist.

Die Weisen aus dem Orient sind ihrem Stern gefolgt, den Gott selbst für sie eingerichtet hatte. Sie haben ihr Ziel gefunden und ihre Sternstunde bei Gott erlebt: „Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“ Der Stern über der Krippe – ein ewiges Bild. Das Höchste und das Niedrigste, ganz Oben und ganz Unten berühren sich, das Kleinste und das Größte gehen eine wunderbare Konstellation ein. Der eine herrlich schimmernde und leuchtende Stern und das stille Wunder von Mutter und Kind – das ist das Bild wahrer Ruhe und wahren Friedens.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen vergleichbare Sternstunden, nicht nur, aber auch in dieser erwartungsreichen Zeit!

Ihr/Euer Pastor Heiko Jahn