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© Foto: T.Schüßler

Jahreslosung 2019

 

„Suche den Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 24, 15)

 

 

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

"Ich verstehe meine drei Jungs nicht", erzählte mir die Mutter dreier halbwüchsiger Knaben, "sie kloppen sich dauernd, so richtig doll!" Sie, die nur mit einer Schwester aufgewachsen war, konnte sich darauf keinen Reim machen. Das entsprach offensichtlich nicht dem, was sie sich unter einem friedlichen Miteinander vorstellte.

Was verstehen wir unter einem Frieden, nach dem es sich zu trachten lohnt? Das hebräische Wort für Frieden "Shalom" meint so etwas wie "Vervollständigung". Da findet jemand dazu, ganz mit sich im Einklang zu sein, in körperlicher, seelischer, sozialer und geistlicher Hinsicht.
Im Hebräischen begrüßt man sich mit "Shalom". Und ebenso fragt man "Ma shlomcha?" "Wie ist es um Dein Wohlergehen bestellt?" Dabei ist Shalom keineswegs auf den einzelnen begrenzt, sondern er umfasst zugleich auch das kollektive, soziale und gesellschaftliche Wohlergehen. Insofern ist Shalom untrennbar mit Vertrauen auf Gott, den Schöpfer und Erhalter der Welt verbunden. Durch ihn können Menschen versöhnt mit sich selbst und anderen ihr Leben bestehen.

Dass dieser Friede sich nicht von selbst einstellt, erleben wir. Und die Jahreslosung unterstreicht, dass es ihm nachzujagen gilt. In der Weltpolitik erleben wir, wie mühsam es zuweilen ist, einen friedlichen Prozess auf den Weg zu bringen. Aber auch so manches menschliche Miteinander ist wenig von Friedlichem gekennzeichnet. Nicht minder ruft die gesamte Schöpfung danach, dass sich vor allem der Mensch um einen nachsichtigeren Umgang mit ihr bemühe. Alles dies macht ein "Nachjagen" durchaus plausibel.
Es geht um eine leidenschaftliche Bewegung mit dem klaren Ziel, etwas unbedingt erreichen zu wollen.

Jage Gottes Shalom nach, diesem umfassenden Wohlergehen aller Menschen. Investiere in ihre Lebenszufriedenheit. Trage Deinen Teil zum Wohlergehen anderer bei und vertraue Gott, dass er nicht nur Deinen Shalom im Blick hat, sondern auch den Deines Lebensumfeldes. Da ich mit drei älteren Brüdern aufgewachsen bin, fand ich das Eingangs erwähnte Verhalten nicht ungewöhnlich. Auch aus meiner Kindheit ist mir ein häufiges Rangeln und Kräftemessen geläufig. Wir hatten dabei gar nicht das Gefühl, dass wir im Unfrieden miteinander lebten.

 

Ein Jahr umfassenden Shaloms wünscht Ihnen und uns Ihr/Euer Pastor Heiko Jahn.