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"Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch." (Ez.36,26)

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

das Wort "neu" wird in einer Zeit rasanten gesellschaftlichen und technischen Wandels zuweilen inflationär verwendet. In der Werbung wird "neu" immer auch mit "besser" gleichgesetzt. Dass "neu" gleichbedeutend ist mit "besser", ist nicht ausgemacht. Nicht nur das Herz wird ausgetauscht, sondern auch ein neuer Geist wird zugesagt. Irgendwie scheint beides notwendig, um es vollkommen zu machen.

 

Wie viele Menschen warten auf ein neues (Spender-) Herz? Sie benötigen es, weil sonst ihre Lebenszeit sehr begrenzt wäre. Welche Verzweiflung, aber zugleich auch welche Hoffnung schwingt hier mit? Welche Freude, wenn ein neues Herz gefunden ist. Und gleichzeitig wird sich das Leben ändern: die Gedanken, die Einstellung zum Leben, die Wertvorstellungen verschieben sich. Neue Perspektiven werden sich ergeben.

 

In solcher Tiefenwirkung sind die Worte des Propheten Ezechiel beabsichtigt. In einer trostlosen und ausweglos erscheinenden Lage sind sie laut geworden. Das heimische Jerusalem mitsamt seinem Tempel war zerstört. Die Menschen wurden vertrieben und mussten fliehen. Wie soll es weitergehen? Gibt es noch Hoffnung? Was ist noch von dem Leben zu erwarten?

 

Wenn die Bibel vom menschlichen Herzen spricht, ist das Innerste der Person gemeint. Das Herz gilt als Zentrum des Denkens, Fühlens und Wollens. Darum mahnen die Sprüche Salomos (4, 23): "Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben."

 

Aber wie steuert nun das Herz das Innerste meiner Person? Die Antworten der Bibel sind nicht gerade schmeichelhaft. "Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf", wird im 1. Buch Mose (8, 21) behauptet. Und auch Jesus gibt die Warnung aus: "Aus dem Herzen kommen böse Gedanken" (Matthäus 15, 19). Sieht es so in unserem Innersten aus? Werden wir so gesteuert? Abgründe tun sich auf. Denn so betrachtet, hätten Missgunst und Streit, Krieg und Gewalt nicht nur mit bestimmten Konstellationen zu tun, sondern entsprängen zutiefst dem menschlichen Herzen.

 

Nach dem terroristischen Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin empfinden viele Menschen hierzulande eine Verunsicherung. Die Meldungen und Bilder befördern die Haltung, das Fremde zu beargwöhnen und sich beängstigt auf das Vertraute zurück zu ziehen.

 

Die Jahreslosung spricht davon, dass Gott ein neues Herz schenkt. Und wie? Indem er dem Menschen begegnet. Es geht um eine lebendige Beziehung zu dem lebendigen Gott. Die Erneuerung des Herzens beginnt damit, dass ein Staunen einsetzt über die Zuwendung des heiligen und ewigen Gottes zu den Menschen. In der Krippe, in der Jesus liegt, und am Kreuz, an dem Jesus hängt, ist diese Zuwendung zu sehen: So ist Gott! So nah bei den Menschen! So sehr für sie da!


"Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist." (Römer 5, 5b)



Das neue Herz ist das mit Gottes Liebe gefüllte Herz. Der neue Geist ist der Geist der Liebe Gottes. Diese Zusage ist Kompass und Wegbegleiter durch dieses Jahr 2017!

 

Ihr Pastor Heiko Jahn